Aktuell


Tierische Hilfe für mehr Artenvielfalt                                                                     21.10.2020

400 Experten fordern eine Erweiterung der Naturschutz- und Landwirtschaftsstrategien um eine umfassende Beweidungsstrategie

Pressemitteilung der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg

Stuttgart: Mehr Weidetiere im Offenland zur Förderung der Artenvielfalt und eine Erweiterung der Naturschutz- und Landwirtschaftsstrategien der Bundesländer, des Bundes und der EU um eine umfassende Beweidungsstrategie forderten internationale Naturschutzpraktiker, Landschaftsplaner, Wissenschaftler und Tourismusexperten am Mittwoch (21.10.20) beim Workshop der baden-württembergischen Umweltakademie „Wilde Weiden – Der Beitrag naturnaher Weidelandschaften zur Bewahrung der Biodiversität“, der pandemiebedingt im Livestream-Format stattfand. Die in Reform befindliche Agrarförderung der EU müsse weidefreundlicher werden. Landesbezogene Ermessensspielräume müssten außerdem besser ausgeschöpft werden, erklärte Dr. Alois Kapfer, Vorsitzender des Vereins zur Förderung naturnaher Weidelandschaften e.V., der gemeinsam mit der Hochsschule für Forstwirtschaft Rottenburg und der Umweltakademie Baden-Württemberg den wegweisenden Workshop initiierte.
„Ohne die finanzielle Förderung und den Wiederaufbau vernetzter extensiver Weidesysteme wird es nicht gelingen, die Ziele zur Erhaltung unserer biologischen Vielfalt zu erreichen“, erklärte Prof. Dr. Rainer Luick von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg. Mit dem Workshop, der mit 400 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet, des benachbarten Auslands und Südeuropas die Erwartungen weit übertraf, brachten die Veranstalter die naturnahe Beweidung auf die Naturschutz-Agenda.

 

„Die Potenziale von Weideflächen für die Biotopvernetzung und den Erhalt der Artenvielfalt
wurde und wird in Naturschutzkreisen noch unterschätzt“, unterstrich Claus-Peter Hutter, Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg. „Die Entwicklungen und Erkenntnisse sind den Fachkreisen seit Jahrzehnten bekannt und werden auch intensiv diskutiert. Wirksame Strategien und vor allem nachhaltig wirksame Maßnahmen fehlen aber dennoch weitgehend“, ergänzte Prof. Dr. Luick. Durch naturnahe Weidelandschaften auf ausreichender Fläche könne der weitere Rückgang der Biodiversität
aufgehalten werden.

Die Zusammenhänge von Weideflächen und Artenreichtum erklärte Dr. Jörn Buse vom Nationalpark Schwarzwald am Beispiel der Insekten. „Weidetiere bewirken Störungen und fördern damit Vielfalt. Weideflächen beherbergen mehr größere Insekten und eine höhere Diversität großer Insekten als auf Wiesen oder Brachen. Das zeigen uns Studien. Viele Insekten stehen in Verbindung mit Pflanzenarten. Die Pflanzenartenvielfalt wirkt sich daher unmittelbar auf die Insektenvielfalt aus.“
Andreas Braun, Chef der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg stellte die Vorteile einer artenreichen Landschaft verbunden mit einer naturnahen Beweidung für die Wertschöpfung im Tourismus heraus. „Naturschutz und Tourismus können sich perfekt ergänzen, man denke nur an Ferien auf dem Bauernhof“, so Braun. Gerade in Pandemiezeiten erlebe diese naturnahe Form des Urlaubs einen enormen Aufschwung, der Nutzen für alle Seiten berge.
Mit Jesús Garzón, dem Präsidenten der Asociación Trashumancia y Naturaleza aus Spanien und seinem Beitrag zur Rolle der großen Pflanzenfresser für die Biodiversität erhielt der Workshop Bedeutung, der über die Landes- und Bundesgrenzen hinausgeht. „Naturnahe Beweidung ist der Schlüsselfaktor zum Erhalt der Artenvielfalt. Wir müssen vielmehr als bisher den eigenen Teller verlassen und über den Rand blicken. Jetzt ist die Chance gekommen, in der EU gehört zu werden und endlich verbindliche Rechtsgrundlagen auf Bundes- und Landesebene zu schaffen“, so Prof. Dr.
Rainer Luick.

 

Die Forderungen der Naturschutzexperten:

  • Mehr Weidetiere im Offenland zur Förderung der Artenvielfalt
  • Ausschöpfung der landesbezogenen Ermessensspielräume bei der weidefreundlichen Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik
  • Verbesserung der finanziellen Förderung naturnaher Beweidung in den Programmen des Naturschutzes und der Landwirtschaft
  • Beseitigung zahlreicher administrativer Hemmnisse in Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Naturschutz und Veterinärmedizin
  • Erweiterung der landwirtschaftlichen Ausbildung um den Betriebszweig „Biodiversitätswirt“

Am 24. Februar 2021 wird das Thema in einem Folge-Kongress erneut aufgegriffen,
um die Forderungen zu untermauern.

Hintergrund der Veranstaltung ist die Verdrängung der wilden Weidetiere wie Wildpferd, Auerochse oder Wisent und die Aufgabe der Hutweide von Nutztieren wie Rindern, Schweinen oder Ziegen seit 1800. Diese Tiere haben mit ihrem Fraß, Tritt und Dung die Landschaften Mitteleuropas in großen Maße mitgestaltet und wesentlich zu ihrer Artenvielfalt beigetragen. Mit Umstellung auf die industriell geprägte Landwirtschaft wurden viele naturnahe Weiden aufgegeben, auch dadurch geht die Vielfalt der Arten seit rund 200 Jahren stetig zurück. Durch die naturnahe Beweidung sollen im Sinne eines Biotopverbundes natürliche Zustände wiederhergestellt und artenfördernde Prozesse ermöglicht werden. Wie zahlreiche Weide-Pilotprojekte im In- und Ausland zeigen, wäre es mit einer gezielten Strategie zur naturnahen Beweidung auf relativ wenigen Prozent der Fläche kurzfristig möglich, entscheidende Beiträge zum Erhalt der Biodiversität im Offenland zu leisten.


Extensives Grünland - Beihilfefähigkeit und Abgrenzung der Bruttofläche     21.08.20

Mit der Handreichung „Extensives Grünland – Beihilfefähigkeit und Abgrenzung der Bruttofläche“ liegt nun ein umfassendes Dokument zu den wesentlichen Kriterien zur Gewährung von Flächenbeihilfen für besondere Lebensräume vor. Die Handreichung richtet sich in erster Linie an die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter von extensiven Grünlandflächen und soll sie bei der Bewertung ihrer Flächen unterstützen. Daneben soll die Handreichung auch für alle anderen Betroffenen zu einem besseren Verständnis der „Bruttofläche“ und der „Beihilfefähigkeit“ beitragen.


Neuigkeiten aus der Geschäftsstelle des LEV Lörrach e.V.                                01.08.2020

Unser Team hat Verstärkung bekommen! Wir freuen uns, seit dem 01.08.2020 Frau Vivien von Königslöw bei uns begrüßen zu dürfen. Ihre Stelle widmet sich insbesondere dem Biotopverbund. In den kommenden Wochen wird sich Frau von Königslöw den einzelnen Mitgliedern vorstellen und bekannt machen.

 

Herzlich Willkommen Vivien von Königslöw beim Landschaftserhaltungsverband Landkreis Lörrach e.V.


PflanzensammlerInnen für BfN-Projekt gesucht                                                 01.07.2020

Im Rahmen eines F&E-Vorhabens des BfN sollen Untersuchungen hinsichtlich genetischer Unterschiede verschiedener Wiesenpflanzen in ganz Deutschland durchgeführt werden. Durch die Untersuchungen soll folgende Fragestellung beantwortet werden:

 

Welche genetische Differenzierung weisen krautig Arten in Deutschland auf, und welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für die Verwendung von gebietseigenem Saatgut ableiten?

 

Für das Projekt werden botanisch-fachkundige Personen gesucht, die beim Sammeln von 28 Pflanzenarten mithelfen. Für die Sammlung in Deutschland wurden die 22 Regiosaatgut-Ursprungsregionen in je 3-4 Teilgebiete unterteilt. Für jedes dieser ca. 70 Gebiete suchen wir SammlerInnen, die selbstständig möglichst naturnahe Standorte identifizieren und dort Pflanzenmaterial (Blätter) von 1-3 Individuen von möglichst vielen der 28 Arten sammeln. Die SammlerInnen werden mit Material-Paketen (Tüten, Trockenmittel, Rücksendeumschlag) unterstützt und sie erhalten Hilfe bei der eventuellen Beantragung von Betretungs/Sammelgenehmigungen für Naturschutzgebiete. SammlerInnen können Koautoren von geplanten Publikationen werden. Die Sammlung des Pflanzenmaterials soll noch im Jahr 2020 beginnen und im Jahr 2021 abgeschlossen werden. Wer helfen möchte oder weitere Fragen hat, sendet bitte eine Email oder ruft an bei:
walter.durka@ufz.de 0345/5585314 oder
stefan.michalski@ufz.de 0345/5585310
Die Webseite des Projektes mit vielen Informationen: https://www.ufz.de/regiodiv


Landwirtinne und Landwirte für Studie gesucht                                              21.04.2020

Die Universität Freiburg such Landwirtinne und Landwirte für eine Studie im Auftrag des Ministeriums ländlicher Räume (MLR) zur Wirkung von FAKT - Blümischungen auf Insekten. Hierfür werden noch LandwirtInnen, die im Rahmen des FAKT-Förderprogramms ein- oder überjährige Blühmischungen anbauen und/oder Vergleichsflächen in Form von stillgelegten Ackerflächen ohne Einsaat und blühende Ackerkulturen zur Verfügung stellen können. Weitere Informationen können Sie direkt bei Frau Anna Knuff, Lehrstuhl für Naturschutz und Landschaftsökologie Universität Freiburg erhalten. Die Kontaktdaten erhalten sie auf Nachfrage beim Team der Geschäftsstelle des LEV Lörrach.


Wettbewerb "Höfe für biologische Vielfalt"                                                          09.04.2020

Das Regierungspräsidium Freiburg und seine Partner wollen mit dem Wettbewerb „Höfe für biologische Vielfalt“ vorbildliche Leistungen von Landwirtinnen und Landwirten würdigen, die beispielhaft und zugleich umfassend Naturschutz in die Praxis ihres Betriebes integrieren. Weitere wichtige Informationen zum Wettbewerb und die Bewerbungsunterlagen finden Sie auf der Homepage:
www.hoefe-fuer-biologische-viefalt.de


Aktuelle Informationen der Geschäftstelle                                                           24.03.2020

Liebe Besucher_innen der Homepage des Lev Lörrachs,

 

ab sofort finden sie im Downloadbereich ein Mitgliedschaftsformular für den Landschafsterhaltungsverband Lörrach e.V.. Der LEV Lörrach freut sich über neue Mitglieder, die unsere Ideen und Engagement zur Erhaltung der Kulturlandschaft und zur Sicherung der kleinbäuerlichen Strukturen im Zusammenspiel mit dem Naturschutz unterstützen und mitgestalten möchten.

Bei Fragen können sie sich gerne an unsere Mitarbeiter_innen der Geschäftstelle wenden.

 

Bleiben sie gesund,

ihre Geschäftsstelle


Strategie des LEV Lörrachs und Jahresbericht 2018 verfügbar                        07.01.2020

Ab sofort finden sie in dem Bereich Download auf der Homepage des LEV Lörrachs e.V. die mittelfristige Strategie des Landschaftserhaltungsverbands Landkreis Lörrach e.V.. Ebenfalls ist ab sofort der Jahresbericht 2018 zum herunterladen verfügbar.

Die Geschäftsstelle des LEV Lörrachs wünscht viel Spaß bei der Lektüre!


Mission B - Biodiversitätsinitiative aus der Schweiz                                           31.07.2019

Wir möchten ihnen hier eine Initiative aus der Schweiz vorstellen. "Misson B - für mehr Biodiversität" ist eine Aktion von SRF, RSI, RTR und RTS, welche verschiedenste Projekte zum Erhalt der Biodiversotät sammelt und darstellt. Zusätzlich kann man sich auf der Internetseite des Projekts über viele Aktionen informieren, welche eine Beitrag zur Biodiversität leisten können. Weitere Informationen können auf der Homepage von Mission B eingesehen werden. Viel Spaß beim stöbern!


DVL veröffentlicht Leitlinien zum Insektenschutz                                                   28.05.19

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege hat seine Leitlinien zum Schutz unserer heimischen Insekten veröffentlicht. Der LEV Lörrach ist Mitglied beim DVL und kümmert sich aktiv um die angepasste Nutzung bzw. um den Schutz, die Renaturierung und die Neuanlage von Ökosystemen im Landkreis Lörrach. Für weitere Informationen sind die Leitlinien auf der Homepage des DLV einsehbar:

DVL-Leitlinien-Insektenschutz


Termine 2020 und 2021


Mitgliederversammlung 2020

 25.11.2020   18 Uhr   -   online

Vorstandssitzungen 2021

 18.03.2021 18 Uhr - Landratsamt Haus 1, Palmstraße 3
05.10.2021 17 Uhr -  tba

(Sitzung mit Fachbeirat)